Rating und Corporate Finance Advisory für aktive Unternehmer
Unternehmerbefragung 2008
Die neuste Unternehmerbefragung die die KfW zusammen mit den Wirtschaftsverbänden auf Basis einer Erhebung bei 5000 Unternehmen durchgeführt und im Juli 2008 veröffentlicht hat, zeigt eindrucksvoll die derzeitige Situation bezüglich Rating im Deutschen Mittelstand:
- So stagniert der Anteil der Unternehmen, die über ein externes Rating verfügen bei 12%. Schwerpunktmäßig sind dies die größeren Unternehmen, was keine Überraschung ist. Interessant ist jedoch, dass als Auslöser zur Beauftragung eines externen Ratings beispielsweise der direkte Zugang zum Kapitalmarkt genannt wird.
Fazit hieraus: die mittelständischen Unternehmen sind auf breiter Front keineswegs darauf vorbereitet Kapital jenseits der Bankenkredite zu werben.
- Nach wie vor stellt die Untersuchung erhebliche Kommunikationsmängel fest.
„Infolge der mittlerweile flächendeckenden Anwendung moderner Ratingverfahren sind alle Unternehmen mit diesem Thema konfrontiert. Dennoch geben rund ein Drittel der Unternehmen an, dass ein Rating für ihr Unternehmen nicht vorliegt, oder dass sie nicht wissen, ob sie geratet sind. Wenngleich eine fortschreitende Verbreitung des Wissens über die Existenz einen Ratings in allen Umsatzgrößenklassen zu beobachten ist, wissen umsatzstarke Betriebe weiterhin häufiger, dass sie geratet worden sind. Dies dürfte dadurch zu erklären sein, dass sich aufwendige Ratingverfahren bei Kleinstunternehmen nicht rentieren und dort eher einfachere Scoring-Verfahren zum Einsatz kommen, für welche keine gesonderte Datenerhebung beim Kunden notwendig sind. Wie im Vorjahr zeigt sich hierin, dass die Kommunikation hinsichtlich der Ratings weiter zu verbessern ist."
Auch über die Ratingbewertung und -kriterien herrscht weitgehend Unklarheit. Etwa ein Fünftel aller befragten Unternehmen kennen ihre Rating Bewertung nicht. Ein Drittel aller Unternehmen, wissen zwar dass sie geratet wurden, sind über die Kriterien nicht informiert. So wundert es nicht, dass nur 36% ihr Rating verbessern konnte während es bei 9% eine Verschlechterung zu beklagen war.
Fazit hieraus, die Kommunikation zwischen den Banken und einem erheblichen Anteil der Unternehmen funktioniert nicht zufriedenstellend. Und das in einem Bereich der für die Weiterentwicklung oder das Überleben der Unternehmen von ausschlaggebender Bedeutung ist: Unternehmensfinanzierung.
- Überraschend ist die Zufriedenheit mit der Qualität der Beratung von Kreditinstituten. So berichten 72 % der Unternehmen von gleich bleibender Qualität und weitere 16 % von Verbesserungen, während 12 % der Unternehmen Verschlechterungen wahrnehmen. Offensichtlich verlässt man sich aber nicht blind auf den Rat der Bankmitarbeiter.
„Trotz des insgesamt hohen Niveaus (69%) der Zufriedenheit mit den Beratungsleistungen der Bank bei der Unternehmensfinanzierung nehmen zusätzlich über 80% der Befragten externe Finanzierungsberatung in Anspruch. Steuerberater (87 %) stellen dabei mit großem Abstand die erste Wahl dar, gefolgt von den Unternehmensberatern mit 23%."
Fazit: im Bereich qualifizierter Corporate Finance Advisory speziell für mittelständische Unternehmen gibt es nach wie vor einen erheblichen Beratungsbedarf.
Rating: unabhängige Expertenmeinung
Rating nach Basel II war für international tätige Banken konzipiert, um die internationalen Finanzmärkte zu stabilisieren. Dies hat wenig oder gar nichts mit Mittelstandsfinanzierung in Deutschland zu tun. Aber die deutsche Kreditwirtschaft hatte das Thema aufgegriffen und zur Sanierung der eigenen Firmenkreditportfolios eingesetzt. Praktisch jede Bank in Deutschland entwickelte ab 2000 ihr eigenes Ratingsystem, mit der Folge, dass die Vergleichbarkeit von Ratings unterschiedlicher Banken für ein und dasselbe Unternehmen in der Praxis nicht gegeben ist. Zurzeit dient das Mittelstandsrating der Rating Services AG im Kreditbereich als second opinion (Zweite Meinung von unabhängigen Experten). Außerdem ist es für die Eigenkapital- oder Mezzanine Kapitalwerbung wichtigste Voraussetzung, um mit Anbietern in konkrete Verhandlungen zu kommen. Nicht auszuschließen ist auch, dass Kreditgeber sich eines Tages an den Standardansatz erinnern und der sieht ein Rating einer unabhängigen Ratingagentur vor.
Zielgröße: Zukunftsfähigkeit
Die Zielgröße des Ratings gem. Definition der Rating Service AG ist die Zukunftsfähigkeit oder Zukunftssicherheit. Sie gibt darüber Auskunft, wie gut das Unternehmen auf zukünftige Anforderungen vorbereitet ist. Die Zukunftssicherheit schließt die Bonität eines Unternehmens mit ein. Es gehen aber auch weitere Aspekte in diese Größe ein z. B. das Angebot mit den Lebenszyklus der Produkte und Leistungen, die Märkte und ihre konjunkturellen Verläufen, das Management und die Leistungsträger sowie deren Entwicklung und Stabilität um nur einige wesentliche Einflussfaktoren zu benennen.
Die so definierte Zukunftssicherheit ist diejenige Größe die gleichermaßen wesentlich ist für Kreditgeber, Investoren, Gesellschafter und Aktionäre aber auch Abnehmer und Lieferanten, Mitarbeiter, Marktpartner und Presse.
Unterschied externes Experten-Rating und Bankenrating
Ein fundamentaler Unterschied zu den Bankenratings wird an dieser Stelle deutlich. Während die Bankenratings sich überwiegend auf Vergangenheitszahlen (aus den letzten Bilanzen) stützen und somit eine Größe über die Performance abgelaufenen Geschäfte beschreibt, bewertet das Mittelstandsrating der Rating Services AG schwerpunktmäßig zukünftige Potenziale auf Basis einer entsprechenden quantitativen Unternehmensplanung. Zusätzlich werden die quantitativen Faktoren nur mit 35% und die qualitativen mit 65% bewertet, weil die Zahlen (quantitative Faktoren letztlich das Ergebnis qualitativer Faktoren wie z.B. Produkte und Leistungen, Markt, Management und Personal bilden. Dies ist nach Meinung vieler Experten zwar schwieriger zu ermitteln aber die zutreffende und aussagefähige Bewertungsbasis für die zukünftige Unternehmensentwicklung.
Kriterien
Der Kriterienkatalog für Unternehmensrating der Rating Services AG für die mittelständischen Wirtschaft umfasst ca. 500 Einzelkriterien, der wahlweise verkürzt oder erweitert werden kann. Dadurch wird sichergestellt, dass die unternehmensspezifischen Gegebenheiten, die häufig die Erfolgspotenziale mittelständischer Unternehmen ausmachen, erkannt und entsprechend berücksichtigt werden. Wesentliche Kriterienbereiche sind: Geschäftsmodell, Management und Leistungsträger, Märkte und Produkte, Geschäftsprozesse und Finanzen. Eine mechanistische Kurzbewertung, die schwerpunktmäßig lediglich Bilanzkennzahlen zugrunde legt und mit Durchschnittwerten vergleicht kann nicht annähernd die unternehmensindividuellen Erfolgspotenziale erkennen und somit auch nicht angemessen bewerten.
Rating und Corporate Finance
Im traditionellen Mittelstand sind Methoden und Vorgehensweisen des Corporate Finance (CF) im Sinne der Strukturierung von ganzheitlichen Lösungen für die Unternehmensfinanzierung und Optimierung der Bilanzen nicht weit verbreitet. Dies war aufgrund der weitgehenden Kreditfinanzierung mit all den bekannten negativen Folgen in der Vergangenheit auch nicht erforderlich. Deshalb konnte sich ein entsprechendes CF- Know how im Mittelstand auch nicht entwickeln. Externes Rating ist eine wichtige Voraussetzung am Beginn des gesamten CF-Prozesses. Aus diesem Grunde stellt die Rating Services AG in Kooperation mit entsprechenden Leistungspartnern die gesamte Leistungskette Corporate Finance speziell für mittelständische Bedürfnisse dar und hat durch den Aufbau eines Netzwerkes die Voraussetzungen dafür geschaffen, CF im Mittelstand mit entsprechende Produkten zu etablieren. Dabei stellt die letzte Stufe die Zurverfügungstellung der Finanzmittel dar, was derzeit durch die Kooperation mit einem dutzend Kapitalgebern umgesetzt wird.
Nicht zuletzt wurde der „Bundesverband Kapital für den Mittelstand" mit dieser Zielrichtung gegründet in der der Autor einer der Gründungsvorstände und Initiatoren ist.
Nutzen von Ratings
Ratings einer unabhängigen Rating Agentur sind heute noch die Ausnahme in deutschen mittelständischen Unternehmen. Nur 12% haben ein externes Rating durchgeführt. Kann jedoch ein Unternehmen jedoch ein Rating vorweisen, so qualifiziert es sich schon alleine dadurch gegenüber dem Wettbewerb. Der Durchschnitt des deutschen Mittelstands liegt in der Bewertung zwischen B und BB. Liegt also die Bewertung bei einem schwachen B z.B. B- oder darunter so sollte man mit der Veröffentlichung vorsichtig sein bzw. darauf verzichten. Vielmehr ist dies ein sicheres Zeichen dafür, dass man an der Verbesserung des Ratings arbeiten muss. Damit der hierfür notwendige Einsatz rasch zum Ziel führt, ist eine Rücksprache mit der Rating-Agentur anzuraten. Die Rating Services AG bietet in solchen Fällen ein so genanntes Shadow Rating an dabei wird überprüft, wie sich bei Veränderung bestimmter Gegebenheiten im Unternehmen das Rating verbessert. Dadurch wird eine konkrete Entscheidungsgrundlage zur Optimierung des Unternehmens-Ratings an hand gegeben.
Der Nutzen eines Ratings liegt nicht nur darin, den Weg zur Werbung von neuem Kapital und damit den Zugang zum Kapitalmarkt zu erschließen, sondern auch im Bereich Marktkommunikation und in der Gewinnung neuer Auftrageber. So hat die Rating-Services AG umfangreiche Erfahrung im Bereich des So genannten Lieferantenratings. Systemfirmen wir z.B. in den Branchen Automotive, Luft- und Raumfahrt, Maschinen- und Anlagenbau haben üblicherweise ein mehrstufige Lieferantenkette. Die Zusammenwirken beginnt in frühen Entwicklungsphasen und Endet mit dem Produktlebenszyklus oft erst nach 10 oder mehr Jahren. Es ist leicht nachvollziehbar, dass ein Wechsel eines Zulieferers im technischen Bereich erhebliche
Konsequenzen für die Produktion und damit große Folgekosten auslösen kann. Aus diesem Grunde hat der Auftraggeber ein Interesse daran, Lieferenten mit guten Ratings zu gewinnen, um die Risiken des Wechsels möglichst gering zu halten. Andererseits qualifiziert sich ein Lieferant durch Vorlage eines Ratings mit einer guten Zukunftsfähigkeit.
Hans J. Loges ist seit der Gründung 1999 Vorstand der Rating Services AG in München und übernahm ab März 2008 den Aufsichtsratsvorsitz. Die Rating Services AG hat ca.500 mittelständische Unternehmen bewertet und 50 davon veröffentlicht. In diesem Marktsegment ist die Rating Services AG Marktführer in Deutschland.