BKM-Newsletter 11/2008

Liebe Leserinnen und Leser,

 

die Finanzkrise erfasst zunehmend weitere Branchen und erreicht inzwischen auch den Mittelstand. In diesem Umfeld setzen wir unsere Veranstaltungsreihe für mittelständische Unternehmen fort und wollen damit verstärkt Information und Orientierung für KMU bieten. Sehr herzlich laden wir daher zum 4. M&A-Symposium „So steuern Sie Ihr Familienunternehmen in die Zukunft" am Donnerstag, 4. Dezember 2008 um 15h in den Marmorsaal des Presseclubs Nürnberg ein. Dort erwarten Sie folgende Vorträge:

 

15.00h: Begrüßung und Einführung. Roland Burgis, Vorstand der Sparkasse Nürnberg.

 

15.10h: Die Unternehmensnachfolge innerhalb der Familie regeln - aber wie? Kirsten Baus, Rechtsanwältin, Kirsten Baus Institut für Familienstrategie.

 

15:40h: Erbschaftsteuer - aktueller Stand und Handlungsempfehlungen. Hugo Meichelbeck, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Partner Rödl & Partner, Nürnberg.

 

16:00h: Was ist (m)ein Unternehmen eigentlich wert? Stefan Pöhlmann, stv. Abteilungsleiter Firmenbetreuung Corporate Finance, Sparkasse Fürth.

 

16:15h: Vorbereitung zum Unternehmenskauf: So können Sie Ihren Unternehmenswert steigern. Matthias Tröger, Geschäftsführender Gesellschafter, Rödl Financial Advisory Services GmbH.

 

16:30h: Pause

 

16:45h: Wo liegt der Wert in (m)einem Unternehmen aus Sicht des Käufers? Prof. Dr. Dirk Honold, Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Unternehmensfinanzierung, Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg.

 

17:00h: Bausteine einer zukunftsfähigen Unternehmensfinanzierung. Stefan Appel, Corporate Finance und Unternehmensnachfolge, Sparkasse Nürnberg.

 

17:15h: Vermögens- und Anlagestrategien für die Zeit nach dem Unternehmensverkauf. Herr Thomas Mayer, Dipl.-Kfm., Vizedirektor, Deka (Swiss) Privatbank AG.

 

17.30h: Diskussion.
Im Anschluss Get together und Imbiss.

Anmeldung und weitere Information: Rödl Financial Advisory Services GmbH, Frau Kerstin Ott, Tel: +49 (0) 911 8100 41 - 30. E-Mail: Kerstin.Ott@roedl.com

 

Agenda M&A Symposium
Agenda Symposium 2008.pdf
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Liquidität in der Krise: Auf maßgeschneiderten Finanzierungsmix setzen

 

Aus der Finanzkrise ist längst eine Wirtschaftskrise geworden, die Konjunktur weltweit auf Talfahrt. Auch Deutschland befindet sich in der Rezession, wobei der Abschwung in einem bislang nicht gekannten Tempo erfolgte und inzwischen ganze Branchen ins Trudeln bringt, aktuell etwa die Automobil- und Zuliefererindustrie.


In der Rezession erweist sich erneut die geringe Eigenkapitalausstattung vieler mittelständischer Unternehmen und die starke Abhängigkeit von der Kreditfinanzierung als Hemmnis. Zwar hat sich die Eigenkapitalausstattung deutscher Unternehmen in den vergangenen Jahren wieder gebessert wie der jüngste Wirtschaftsobserver der KfW Bankengruppe zeigt, bleibt im internationalen Vergleich jedoch weiterhin im unteren Drittel.

 

Dies liegt nicht zuletzt am deutschen Universalbankensystem, in dem alle wesentlichen Bankgeschäfte unter einem Dach abgewickelt werden. Bedingt durch diese Monopolbankstruktur besteht daher in Deutschland kein Beschaffungswettbewerb zwischen Fremd- und Eigenkapital. Dies hat zur Folge, dass die Banken eher an Darlehen mit dauerhaften Zinseinkünften als an Eigenkapitalemissionen mit nur einmaliger Emissionsprovision interessiert sind. In Deutschland hat sich daher ein so genanntes Hausbankensystem entwickelt, das eine entscheidende Rolle bei der Erklärung der Finanzstrukturen mittelständischer Unternehmen einnimmt. Diese langfristige und enge Bindung an ein oder mehrere Kreditinstitute ist gerade in der mittelständischen Wirtschaft sehr weit verbreitet.


Die guten Fremdkapitalkonditionen der Hausbanken machen Fremdkapital für mittelständische Unternehmen besonders attraktiv, welche folglich die Fremd- der Eigenfinanzierung vorziehen. Liegen die Zinssätze der Kredite außerdem noch unter der internen Verzinsung des Gesamtkapitals, ist es für die Unternehmen nach dem so Leverage-Effekt günstiger, zusätzliches Fremdkapital aufzunehmen, anstatt die Eigenkapitaldecke zu stärken. Dieser Effekt ist jedoch vor allem in Niedrigzinsphasen nicht ungefährlich, da Fremdkapital eben nicht nur aus steuerlicher Sicht aufgrund der Abzugsfähigkeit der Zinsen, sondern auch wegen des Leverage-Effektes dem Eigenkapitalaufbau vorgezogen wird.

 

Gerade in Zeiten von Krise und Abschwung kann eine dünne Eigenkapitaldecke jedoch schnell kritisch werden, etwa bei einer raschen Drosselung der Produktion oder dem Erhalt von Forschung und Entwicklung, zumal wenn nur eine Bankverbindung besteht und die Kreditlinien erschöpft sind. Zwar nimmt mit zunehmender Unternehmensgröße auch die Anzahl von Bankverbindungen zu und die Abhängigkeit von einem einzigen Kreditinstitut ab. Gerade kleinere Unternehmen mit einer Bilanzsumme von unter 2,5 Mio. Euro weisen jedoch durchschnittlich lediglich knapp fünf Prozent Eigenkapitalquote aus, wodurch schnell ein Lock-in-Effekt entsteht.

 

Im US-amerikanischen Bankensystem standen die Geschäftsbanken in der Vergangenheit mit den Investmentbanken als Emissionsinstitute für Wertpapiere im Wettbewerb und vermieden so immerhin die Abhängigkeit von nur einem Institut bzw. die Überbetonung des traditionellen Kredits bei der Unternehmensfinanzierung.

 

Dass das angelsächsische Finanzierungssystem nicht alleiniger Maßstab ist zeigt die aktuelle Krise sehr deutlich, zumal inzwischen keine einzige Investmentbank mehr übrig geblieben ist. Jenseits der von der Realwirtschaft abgekoppelten Übertreibungen insbesondere bei Verbriefungen und Credit Default Swops bot das amerikanische System Unternehmen allerdings ein breiteres Finanzierungsinstrumentarium und führte zu deutlich höheren Eigenkapitalquoten als in Deutschland.

 

Zu den Möglichkeiten der Unternehmensfinanzierung in angelsächsischen Ländern gehören dabei in starkem Maß die Kapitalbeschaffung über die Börse oder die Aufnahme von Beteiligungskapital: Viele High-Tech-Unternehmen wie HP oder Google erhielten dabei in Frühphasen so das notwendige Kapital. Aber auch Finanzierungsinstrumente wie Mezzanine, Factoring oder Leasing werden dort neben der Kreditfinanzierung wesentlich mehr genutzt. Noch im vergangenen Sommer tourte die US-Investmentlegende Warren Buffet durch die deutsche Provinz auf der Suche nach übernahmewilligen Mittelständlern - die sich freilich zwar finden ließen, aber nicht übernommen werden wollten: Zu stark saß die Skepsis gegen solcherlei „Heuschreckenkapital" und die Furcht, schließlich nicht mehr Herr im eigenen Haus zu sein.


Die deutsche Wirtschaft hat sich in den vergangenen Jahren bemerkenswert fit gemacht für den globalisierten Wettbewerb, deutsche Vorzeigebranchen wie Maschinenbau, Automobilindustrie oder Pharma glänzende Geschäfte gemacht - insbesondere durch Qualität und solides Wirtschaften.

 

Dennoch macht die tiefgehende Weltwirtschaftskrise, von der Experten inzwischen meinen, dass sie mehrere Jahre andauern könnte, auch deutsche Unternehmen verletzbar, ist die Bundesrepublik doch als Exportnation in hohem Maß von der Weltwirtschaft abhängig: Wenn diese abstürzt wird die geringe Eigenkapitalquote und die Abhängigkeit von Banken - die sich derzeit selbst in einer historischen Krise befinden - umso gefährlicher.

 

Neben dem Vorteil einer höheren Eigenkapitalquote bietet die gleichzeitige Nutzung unterschiedlicher Finanzierungsinstrumente den Unternehmen mehr Flexibilität und Unabhängigkeit als die in Deutschland nach wie vor einseitige Fixierung auf den Kredit und dies oft auch nur bei einer einzigen Bank. Dabei geht es nun nicht darum, bestimmte Finanzierungsformen gegenüber dem Kredit besonders hervorzuheben, sondern vielmehr darum, Fehler des US-Systems zu vermeiden, gleichzeitig jedoch bewährte Finanzierungsinstrumente stärker zu nutzen.

 

Die mit Ausnahme von Leasing nach wie vor eher geringe Inanspruchnahme alternativer Finanzierungsformen im Mittelstand ist dabei zumindest teilweise auf die oft recht beschränkte Information darüber zurück zu führen. Vor allem kleinere Unternehmen haben in aller Regel wenige Kenntnisse über die Vor- und Nachteile diverser Finanzierungsmöglichkeiten und passende Angebote, etwa bei staatlichen Förderprogrammen, Factoring oder individuellem Mezzanine.

In diesem Umfeld hat es sich der Bundesverband Kapital für den Mittelstand e.V. zum Ziel gesetzt, gerade kleineren und mittleren Mittelständlern bessere Orientierung und vor allem eine objektive Beratung bei der Nutzung alternativer Finanzierungsformen zu bieten und diese dabei zu unterstützen, einen ausgewogenen und für sie vorteilhaften Finanzierungsmix zu finden.

 

 

Initiative Mitgliedschaft

 

Um kapitalsuchende mittelständische Unternehmen künftig noch

effizienter und möglichst flächendeckend betreuen zu können starten wir eine neue Initiative zur weiteren Gewinnung von Mitgliedern, insbesondere im Bereich Kapitalgeber, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater etc.: Neumitglieder, deren Anträge bis zum 31.12. eingehen, erhalten im ersten Jahr einen Beitragsnachlass von 20 Prozent (400 statt 500 Euro) und profitieren dabei u.a. von folgenden Vorteilen:

 

- Kostenlose Teilnahme von Verbandsveranstaltungen sowie bevorzugte Einladung als Experte/Referent

 

- Wöchentliche Informationsaufbereitung zu wichtigen Themen in Sachen Mittelstand, Finanzierung, Rating und M&A

 

- Monatlicher Newsletter mit der Möglichkeit der kostenfreien Veröffentlichung eigener Themen und Standpunkte

 

- Bevorzugte Übermittlung von an den Verband gerichteten Finanzierungsanfragen

 

- Kostenfreie Nutzung der Verbandsexpertise, z.B. in Sachen Pressearbeit

 

- Austausch, Kontakte und Netzwerke

 

- Vertretung politischer Interessen durch den Verband

Weitere Informationen zur Mitgliedschaft finden sich auch unter:

 

Kontakt und weitere Information:

 

Bundesverband Kapital für den Mittelstand e.V.
c/o Bundesverband Deutscher Unternehmensberater e.V.
Zitelmannstrasse 22
53113 Bonn
Tel. (0228) 91 61 33
www.kapital-mittelstand.de

 

Ansprechpartner: Dr. Michael Lehner
lehner@kapital-mittelstand.de